Wappen Aichach-Friedberg Friedberg - Herrgottsruh

 

 

Wappen Aichach-Friedberg Friedberg - Herrgottsruh

 

Infos

 

 Herrgottsruh  Herrgottsruh Friedberg

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Wallfahrtskirche
 Besonderheit: Wallfahrtskirche mit Asam-Fresken
 Baustil: Spätbarock
 Baujahr: 1753
 Adresse: 86316 Friedberg, Herrgottsruhstr. am östl. Stadtrand
 Geo: 48.358099, 10.990813
 Lage:

Karte

 Parken: Parkplatz an der Kirche
 Bewertung: 3***  (von 5*)
 Links: herrgottsruh-friedberg.de
de.wikipedia.org/wiki/Wallfahrtskirche_Herrgottsruh_(Friedberg)

 

Geschichte

 

Laut Legende gelobte ein Friedberger Bürger für die glückliche Rückkehr aus dem Heiligen Land, die Errichtung einer Kapelle, als Kopie des Hl. Grabes in Jerusalem.
Eine bestehende Kapelle von 1496 mußte im Jahr 1599 wegen der blühenden Wallfahrt erweitert werden.
Sie wurde während des 30-jährigen Krieges durch die Schwedischen Truppen schwer beschädigt.
Nach erneuter Verwüstung der Kirche während des Spanischen Erbfolgekriegs um 1705 und einer weiteren Ausbreitung der Wallfahrt war ein Neubau unausweichlich.
Den bestehenden Kirchenbau ließ der Friedberger Stadtpfarrer Maximilian Franz Dominikus von Eckher aus Spendengeldern in den Jahren 1731-53, nach Plänen des Eichstätter Dombaumeisters Johann Benedikt Ettl, errichten.

 

Architektur

 

Herrgottsruh

Die Wallfahrtskirche Herrgottsruh ist ein breiter, dreischiffiger, pilastergeliederter Saalbau zu zwei Jochen.
Das hohe Mittelschiff ist von den Seitenschiffen durch rundbogige Pfeilerarkaden getrennt.
Über dem Chor befindet sich eine mächtige Rotunde mit Laternenkuppel, an der Nordseite ein quadratischer Turm mit reichgegliedertem Aufbau und geschwungener Haube.
Westlich schließt sich eine elegante Westempore über gerundetem Grundriß an, 1745 von Wolfgang Schindel errichtet, die Orgel stammt von 1763.

 

Inneres

 

Wallfahrtskirche Herrgottsruh Friedberg

Den architektonisch originellen Innenraum ergänzen die vortrefflichen Altäre: der Zelebrationsaltar mit silbergetriebenen Antependium und Reliefs des Gnadenbildes und der Evangelisten, von Johann Georg Herkommer, um 1730 sowie die schwungvollen Seitenaltäre von 1754 von Johann Wilhelm und Johann Michael Hegenauer. An Stelle des Hochaltares befindet sich das Chorwandfresko von Cosmas Damian Asam: es ist eine ungewöhnliche Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit mit der Anbetung der Könige.
In den Glasschreinen der Seitenaltäre sind bedeutende Figurengruppen untergebracht:
links das Gnadenbild "Unser Heiland in der Rast", um 1496 von Gregor Erhart, rechts eine Beweinungsgruppe von Ägidius Verhelst um 1745.
Neben den Schreinen befinden sich Reliefs mit Kreuzwegszenen und die sechs Schmerzen Mariä.
Die ehemaligen Seitenaltarbilder im Chor malte 1745 Matthäus Günther: hl. Katharina und hl. Barbara sowie hl. Wendelin und hl. Notburga.

Die Deckenfresken im Chor sind die letzten Arbeiten von Cosmas Damian Asam, 1738/39: Ratschluß der Erlösung, Sündenfall, Kampf des hl. Michael, Vertreibung aus dem Paradies, dazwischen die vier Erdteile.
Die Langhausfresken stammen von Matthäus Günther, 1749;
im Mittelschiff Verehrung des Apokalyptischen Lammes durch die 24 Ältesten und das Jüngste Gericht, wo die Heiligen durch das Tor zum Himmel ins Licht schreiten, das durch ein verdecktes Fenster einfällt.
In den Seitenschiffen; nördlich: Heilung eines Kranken am Teich Bethesda und Himmelfahrt Christi, südlich: Abigail vor David und Krönung Mariä mit Prozession der Bruderschaft.
Die Rocaille-Stuckdekorationen stammen von Franz Xaver und Johann Michael Feichtmayr, um 1749-53.
Beachtung verdienen auch die zahlreichen Votivbilder frommer Wallfahrer sowie das Prozessionsbild und eine Votivtafel im Chor, 1753 von Sigismund Reis.