Wappen Donau-Ries St. Emmeram Wemding

 

 

Wappen Donau-Ries St. Emmeram Wemding

 

Infos

 

 St. Emmeram Wemding  St. Emmeram Wemding

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit: Stadtpfarrkirche von Wemding
 Baustil: Renaissance
 Baujahr: um 1620
 Adresse: 86650 Wemding, Mangoldstr. 3
 Geo: 48.874808, 10.724939
 Lage:

Karte

 Parken: P am Marktplatz
 Bewertung: 2**  (von 5*)
 Links: www.wemding.de/poi/kath_stadtpfarrkirche_st_emmer-8744

Geschichte

 

Ein Gelübde Mangolds I., des Grafen von Wörth (Donauwörth) im Jahr 1027 war der Anlass zur Gründung einer Kirche in Wemding. Vermutlich stand an dieser Stelle bereits eine baufällige Vorgängerkirche.
Ab 1030 erfolgte der Bau einer wohl dreischiffigen, kreuzförmigen, frühromanischen Basilika mit einer Flachdecke, deren Teile in den Langhausmauern, des schmalen Querhauses und des südlichen Chorturms der heutigen Kirche erhalten geblieben sind. Bischof Gundekar II. von Eichstätt weihte den fertiggestellen Bau im Jahr 1060.
Der heutige hohe gotische Ostchor wurde Anfang des 14. Jh. angebaut und 1308 von Bischof Philipp vom Rathsamhausen geweiht.
Am 26. März 1559 brannte durch eine Unachtsamkeit des Türmers der Kirchturm (der heutige Südturm) bis zur Glockenstube ab und musste wieder hergestellt werden.
Im Jahr 1593 ließ der Wemdinger Bürgermeister Georg Vischer im Westen des Langhauses die Katharinenkapelle als Familiengrabstätte erbauen und 1594 die Wendelinskapelle als Grabstätte des Pfarrers Paul Haug.
Um 1600 war die Kirche renovierbedürftig und musste erneuert werden. Zur Entlastung des mit Rissen durchzogenen und sich bereits neigenden Südturms erfolgte 1619 der Neubau des Nordturms.
Am 08. November 1626 wurde die renovierte Kirche durch den Eichstätter Weihbischof Georg Christoph Rösch erneut konsekriert.
Die Obergeschosse beider Türme sowie die Langhausmauern wurden 1661/62 nach Plänen von Konstantin Bader erhöht und die Kirche neu eingewölbt, Weihbischof Ludwig Wilhelm Benz weihte den Bau erneut am 16. Mai 1669.
1933 sowie 1959 und 1983 fanden Außenrenovierungen und 1991 eine umfassende Innenrenovierung statt.

 

Architektur

 

St. Emmeram ist die älteste der sieben Wemdinger Kirchen. Mit ihren beiden ca. 65 m hohen Türmen, den sog. "ungleichen Brüdern", ist sie das Wahrzeichen der Stadt Wemding.
Das geräumige Langhaus ist innen durch Doppelpilaster gegliedert, darüber befindet sich ein flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen auf breiten Gurtbogen. An den beiden östlichen Jochen sind rechteckige Kapellen angebaut.
Der Ostchor ist eingezogen, dreiseitig geschlossen und hat einfache Wandpilaster.
Die beiden quadratischen Türme haben Achteckaufbauten mit Laternenhauben, der Südturm besitzt noch eine Türmerstube mit einem Uhrwerk.
Am 07. Mai 1633 fand der Stadtpfarrer Johannes Renner den Tod, den die Schweden vom Südturm herabstürtzten.

 

Inneres

 

St. Emmeram Wemding

 

Das Presbyterium birgt als Prunkstück der Kirche den Renaissance-Hochaltar. Er ist ein Werk des Augsburger Bildhauers
Augustin Manasser und wurde 1630-1633 errichtet.
Der Altar ist in drei Etagen klar gegliedert:
Die untere Etage enthält den Tabernakel mit den Statuen der hll. Bonifatius und Willibald, die mittlere Ebene hat als Hauptskulptur das Vesperbild, eine überlebensgroße Pietà, mit den Apostelfürsten Petrus und Paulus an den Seiten.
Unterhalb der Pieta befindet sich ein kostbarer Reliquienschrein von 1650, der Emmeramsschrein (von der Benediktinerabtei St. Emmeram in Regensburg 1719 geschenkt).
Die oberste Etage zeigt den hl. Emmeram, den Schutzpatron der Kirche und der Stadt Wemding, zu dessen Seiten Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist. Oben als Bekrönung der Erzengel Michael.
Links neben dem Hochaltar steht der kleine Kreuzaltar mit einem Relief als Altarbild.
Einmalig ist die bemalte Sakristeitür rechts des Hochaltares, mit ihrer Renaissancearchitektur um 1600.
Die beiden Seitenaltäre aus Stuckmarmor stammen von Dominikus Zimmermann (dem Erbauer der Wieskirche) aus dem Jahr 1713: Sie beinhalten wertvolle Steineinlegearbeiten in Scagliola-Technik und zählen zu den ausgereiftesten Arbeiten Dominikus Zimmermanns.
Links der Pfingsaltar mit dem Gemälde "Herabkunft des hl. Geistes" von Mathias Zink, rechts der Sebastiansaltar mit dem Bild "Marter des hl. Sebastian", ebenfalls von Zink.
Der Altar der Marienkapelle/Taufkapelle im Norden (links) enthält in der Nische eine Figur der Maria als Rosenkranzkönigin.
Die nordwestliche Wendelinskapelle besitzt einen Altar mit dem Gemälde des hl. Wendelin als Viehirten, um 1708.
In der südöstlichen St.-Anna-Kapelle steht ein Altar mit einem geschnitzten Skulptur der hl. Anna-Selbdritt. Als seltenes Kunstwerk befindet sich in der Kapelle ein gotisches Wandfresko aus der Zeit um 1450 mit sechs Werken der leiblichen Barmherzigkeit.
Die südwestliche Katharinenkapelle hat einen Altar mit dem Gemälde "Martertod der hl. Katharina von Alexandrien".

Die Deckenfresken im Chor stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jh. und stellen Szenen aus dem Leben und das Martyrium des hl. Emmeram dar.
An der Südseite des Chores befindet sich das Ständebild, ein gotisches Wandfresko um 1430; An der Nordwand ein Gemälde mit der Kreuzigung Christi von Thomas Christian Wink, aus dem Jahr 1791, daneben das Gemälde "Jesus am Ölberg".
An der Brüstung der Orgelempore hängen 19 Tafelbilder (davon acht Apostel und vier Evangelisten außen, gemalt 1599 von Georg Meier).

Die Wemdinger Stadtpfarrkirche birgt außerdem noch interessante Epithaphien und Grabsteine:
Unter der Kanzel: Ritter Wolfgang von Hoppingen (gest. 1492); unter Maßwerkbaldachin Ganzfigur in Rüstung;
In der Annakapelle: Bürgermeister Martin Lang (gest. 1608), mit einem Relief der Auferstehung Christi;
In der Katharinenkapelle: Bürgermeister Georg Vischer (gest. 1598) und seine Frau Magdalena (gest. 1605) mit Kreuzigung, seitlich Moses, David und die Evangelisten.
Neben dem Katharinenaltar: Epitaph für den Bürgermeister Georg Franz Schneid (gest. 1705);
In der Wendelinskapelle: Epitaph für den Bürgermeister Karl Wendelin Schneid (gest. 1758) und seiner Frau Anna (gest. 1771).
Am Eingang der Wendelinskapelle befindet sich ein Abguss des Breslauer Ehrenepitaphs für Fürstbischof Johannes IV. von Roth (geb. 1426 in Wemding, gest. 1506 in Neiße) vom dem Nürnberger Erzgießer Peter Vischer.