Wappen Donau-Ries Stadtbefestigung Wemding

 

 

Wappen Donau-Ries Stadtbefestigung Wemding

 

Infos

 

 Stadtbefestigung Wemding  Stadtbefestigung Wemding

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Stadtbefestigung, Stadttore
 Besonderheit: Ehemalige Stadtbefestigung Wemdings
 Baustil: Spätgotik
 Baujahr: 1318-1338
 Adresse: 86650 Wemding
 Geo: 48.876403, 10.724003
 Lage:

Karte

 Parken: P am Marktplatz
 Bewertung: 3***  (von 5*)
 Links: www.wemding.de/sehenswertes/amerbacher_tor-10179

Geschichte

 

Die Stadtbefestigung von Wemding wurde ab dem Jahr 1318, unter den Grafen von Oettingen, innerhalb von 20 Jahren errichtet und Ende des 15. Jh. erneuert.
Es war eine 1,7 km lange, kreisförmige Anlage, bestehend aus Graben zwischen zwei Futtermauern, Zwinger und umlaufender Hauptmauer.
Insgesamt bestand die Wehranlage aus 3 Toren und 33 Wehrtürmen.
Die eigentliche Wehrmauer in ihrer ursprünglichen Höhe von 8 m ist heute nicht mehr erhalten.
Der Stadtgraben wurde nicht geflutet, da er einen zu großen Niveauunterschied hatte.
1817-19 wurde die Stadtmauer mit den meisten Türmen abgebrochen und überbaut.
Von den ursprünglich 3 Toren ist das Amerbacher Tor und das Nördlinger Tor noch erhalten, das Kreuztor wurde abgetragen und auch nur 3 Türme: der Baronturm, der Folterturm und der Häutbachturm, sind erhalten geblieben.
Ein Modell der ursprünglichen Form der Stadtbefestigung Wemdings ist im Erdgeschoss des Haus des Gastes zu besichtigen.

 

Beschreibung

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Amerbacher Tor:
Das Amerbacher Tor ist ein quadratischer Torturm mit spitzbogiger Durchfahrt und Pyramidendach.
Die von Norden her kommende Zufahrtsstraße führt unter dem Turm hindurch in die Altstadt hinein.
Bis ins 19. Jahrhundert herein stand hier noch eine mächtige Torburg mit Barbakane, Zwinger und Zugbrücke.
Das Wemdinger Wappen auf der nördlichen Seite des Wehrturms wurde nachträglich eingraviert.

 

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Nördlinger Torturm:
Der quadratische, fünfgeschossige, 32 m hohe Nördlinger Torturm hat einen Rautendach über Giebeln.
Er ist der Rest der 1867 abgebrochenen ehemaligen Toranlage.
3 Kanonenkugeln aus dem Spanischen Erbfolgekrieg (1704) wurden in das Mauerwerk eingelassen.
Am Nördlinger Tor musste die Wemdinger Wehranlage im Laufe ihres rund 500-jährigen Bestehens die einzige Bewährungsprobe erfolgreich überstehen: Eine kurze Kanonade der Franzosen am 14.01.1704 im Spanischen Erbfolgekrieg, als die Stadt unter österreichischer Besetzung stand.

 

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Baronturm:
Der fünfstöckige, ca. 24 m hohe, quadratische Baronturm ist mit einem Zeltdach gedeckt.
Als einziger der größeren Türme war er ursprünglich nur an den drei Außenmauern wehrhaft gebaut.
Der Wehrgang der Stadtmauer führte durch den Baronturm hindurch, die der Stadt zugewandte Seite war einst nur durch einen Bretterverschlag geschlossen.
Heutzutage ist auch diese Seite befestigt und der Turm dadurch bewohn- und nutzbar geworden.

 

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Folterturm:
Der sog. Folterturm ist ein gedrungener, bastionähnlicher Turm auf dreieckigem Grundriß, der auf der Hauptmauer der Stadtbefestigung errichtet wurde. Aussen, an der Westseite des Turmes führte vom Wehrgang eine Steintreppe hinauf.
Im 15. Jahrhundert diente der "lange Turm" als Pulverturm und verwahrte das städtische Schießpulver (Schwarzpulver).
Erst seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Turm als "peinliche Befragungsstätte", vor allem bei den Hexenverfolgungen genutzt und bekam daher seinen Namen.
Die besondere Konstruktion seiner Bedachung, als sog. Branddach mit dreieckigem Grundriß, sollte im Brandfalle sofort in sich zusammenstürzen und dadurch die umgebenden, damals noch mit Holz erbauten Wohnhäuser, vor dem Übergreifen des Feuers bewahren.

 

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Häutbachturm:
Der quadratische, mit einem Walmdach gedeckte Häutbachturm wurde über einen Schwibbogen für den Durchlauf des Wethbaches errichtet. Der früher offen fließende Bach verläuft heutzutage in einem Rohr unterhalb der Straße.
Einst arbeiteten hier die Gerber, reinigten die Häute und hängten diese zum Trocknen auf der Wehrmauer auf, daher hat der
Häutbach und auch der Turm seinen Namen.
Merkmal des Häutbachturms ist die außen verlaufende, große hölzerne Zugangstreppe mit ihrer Überdachung und das frei liegende Fachwerk.
Die Räume im Inneren werden heute als privates Reitermuseum genutzt.