Wappen Unterallgäu Fuggerschloss Markt Wald

 

 

 DEBYUAL1500  Fuggerschloss Markt Wald

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Schloss
 Besonderheit:  
 Baustil: Barock
 Baujahr: 1747/48
 Adresse: 86865 Markt Wald, Hauptstr. 23
 Geo: 48.140851, 10.585483
 Lage:

Karte

 Parken:  
 Bewertung: 1*  (von 5*****)
 Links:

www.marktwald.de/schloss

de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Markt_Wald

 

 

Ein erster, wohl unter Konrad von Riedheim im letzten Viertel des 15. Jh. errichteter Schlossbau wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört und bis etwa 1536 wieder aufgebaut.
Am 1. Juli 1578, kurz vor seinem Tod, verkaufte der kinderlos gebliebene letzte Riedheimer Christoph Adam das Schloss und Gut Irmatshofen mit "aller Zugehörde um 115000 Gulden" an Erzherzog Ferdinand von Österreich.
1588 übergab der Erzherzog die belastete Herrschaft seinen Söhnen, dem Kardinal Andreas, Bischof zu Konstanz und Brixen, und Karl, Markgraf zu Burgau "zu freiem Eigen", gegen Überlassung von Schloss und Herrschaft Ambras (bei Innsbruck).
Im Jahr 1636 verwüsteten (wohl schwedische) Soldaten das Schloss, das von da an über ein Jahrhundert lang trotz zahlreicher geplanter Renovierungen in schlechtem baulichen Zustand verblieb und allmählich verfiel.
Am 8. März 1660 wurde Markt Wald für 60000 Gulden an den Grafen Leopold Fugger von Babenhausen verpfändet.
Trotz mehrfacher Gutachten und Restaurierungen verfiel das Gebäude immer weiter und brannte 1735 durch Blitzschlag (oder Brandstiftung durch rebellierende Untertanen?) ab.
Erst in den Jahren 1747/48 erfolgte ein gründlicher Umbau durch den Baumeister Michael Stiller, bei dem das Schloss sein heutiges Aussehen erhielt.
Als Gegenleistung für die militärische Unterstützung im Bayerischen Erbfolgekrieg 1779 auf der Seite Österreichs gegen die Preußen, wobei junge Männer aus dem Ort als Soldaten ausgehoben wurden, bekamen am 17. Januar 1781 die Grafen Fugger von Babenhausen vom österreichischen Kaiserhaus Schloss und Herrschaft Irmatshofen als "Mannslehen" gegen Entrichtung von 32000 Gulden bestätigt.
Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern, die Fürsten Fugger hatten aber bis 1848 wichtige Reservatrechte.
Nach einer Renovierung 1964 diente das Schloss als Fürstlich Fuggersche Oberförsterei.
Seit 2011 wird es von Leopold Graf Fugger-Babenhausen und seiner Familie bewohnt und bis 2016 umfassend saniert.

 

 

Das Fuggerschloß in Mark Wald steht am Nordostende des Ortes am Westhang des Neufnachtales.
Es ist ein dreigeschossiger, kubischer Walmdachbau mit zwei Rundtürmen an der Nordwest- und der Nordost-Ecke, sowie einem Rundturm mit Wendeltreppe in der Mitte der Südseite. Auf den Kegeldächern der Türme befinden sich gusseiserne Geweihe.
Zum Anwesen gehört ein längsrechteckiger Garten mit eine Mauer mit Torpfeilern sowie ein Gartenhaus im Zeltdachbau; beides aus dem 18. Jh.

Im ersten Obergeschoss des nordwestlichen Eckturms befindet sich die ehemalige Hauskapelle, ein unregelmäßig sechseckiger, flachgedeckter Raum mit Blenden an der Süd- und Ostwand. Der Rocaillestuck stammt von Andreas Henkel um 1770.
Die gleichzeitigen Fresken malte Johann Baptist Enderle: Anbetung der Könige, an der Wänden Mariä Verkündigung, Anbetung der Hirten und Flucht nach Ägypten.