Gruftkapelle Mindelheim
Gruftkapelle Mindelheim
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kapelle |
| Besonderheit: | Doppelkapelle Maria Schnee und St. Michael |
| Baustil: | Barock |
| Baujahr: | 1726 |
| Adresse: | 88719 Mindelheim, Hauberstr. |
| Geo: | 48.047566, 10.489626 |
| Lage: | |
| Parken: | P Theaterplatz |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: |
Die Gruftkapelle in Mindelheim ist im Kern noch eine spätgotische, ursprünglich als Friedhofskapelle genutzte Doppelanlage des frühen 15. Jh.: die Unterkapelle Maria Schnee und Oberkapelle St. Michael.
Das ehemalige Beinhaus im Untergeschoss ist wohl erst im Barock (um 1700?) in die Gnadenkapelle Maria Schnee umgewandelt worden.
Um das Jahr 1726 erfolgte eine Umgestaltung beider Kapellen mit Anbau der Seitenkapelle im Norden und des Aufgangs zur Oberkapelle im Westen.
Die Gruftkapelle steht unmittelbar südwestlich der Pfarrkirche.
Es ist ein zweigeschossiger Bau mit vermauerten Spitzbogenfenstern im Obergeschoss des dreiseitigen Chorschlusses.
An der Nordseite befindet sich eine Kielbogenblende und ein Kapellenanbau, der durch einen lebhaft geschwungenen Volutengiebel mit den Seitenachsen (links Blendarkade, rechts Tür zum Treppenaufgang) zu einer dreiachsigen, pilastergegliederten Schaufront zusammengefasst wird.
Über dem Westgiebel erhebt sich ein Dachreiter von etwa 1726; das Oberteil hat abgeschrägte Ecken und eine Zwiebelhaube.

Untere Kapelle Maria Schnee:
Ein niedriger Raum mit einer Stichkappentonne und abgerundetem Schluss; nördlich befindet sich eine tiefe Kerkernische sowie eine hohe, kreuzgratgewölbte Seitenkapelle.
Der breite Altaraufbau stammt aus der Zeit um 1700; am Antependium ein Gemälde mit Szenen aus dem Marienleben; im Oberteil Tafelbilder mit einer Kopie des Gnadenbildes von Sta. Maria Maggiore in Rom (Salus populi Romani), den Evangelisten Lukas und Johannes sowie einer sterbenden Frau und einer Türkenschlacht, in der Predella Wohltaten des Gnadenbildes, im Auszug eine Halbfigur Gottvaters.
Im Kapellenanbau steht ein schlanker, viersäuliger Altar um 1727; in der Nische der Predella eine große Pieta aus Holz; das Altargemälde zeigt die Sieben Zufluchten, von Johann Joseph Neher?, 1727; in 14 Medaillons an den Säulen Gemälde der Nothelfer, zugehörig an der Wand eine hölzerne Inschrifttafeln mit ihren Taten.
Der reiche Bandelwerkstuck um 1726 stammt wohl von Abraham Bader.
Die Deckefresken des 18. Jh. sind nur zum Teil erhalten: "Anbetung der Hirten", in den Zwickeln "hl. Joseph" und "Flucht nach Ägypten";
an der Südwand der Seitenkapelle ein Malereifragment der Armen Seelen aus dem 17./18. Jh.
An den Wänden befindet sich ein auf Holz gemalter, friesartiger Zyklus von marianischen Allegorien, aus der Zeit um 1700.
Links neben dem Eingang ist ein Priestergrabstein für Hans Kolcher (+1510) eingemauert; darüber ein zugehöriges Wandgemälde mit Darstellung einer Messfeier.
Über der Arkade der Seitenkapelle hängt ein Leinwandbild der Auferstehung Christi, 1636 von Afra Holderlin als Epitaph für ihren verstorbenen Ehegatten.
Obere Kapelle St. Michael:
Zweijöchige Kapelle mit einer Stichkappentonne.
Der Altar aus Stuckmarmor, 1726 von Abraham Bader mit dem Gemälde: "Engelsturz durch den hl. Michael", vll. von dem einheimischen Maler Franz Anton Germiller.
Vielfiguriges Gemälde der Hl. Sippe, um 1700.
Zarte Stukkaturen, um 1725/30 von Abraham Bader. Fresken etwa gleichzeitig: St. Michael als Seelenwäger und als Kämpfer gegen die Irrlehrer.