Wappen Unterallgäu Liebfrauenkapelle Mindelheim

 

 

 DEBYUAL2900  Liebfrauenkapelle Mindelheim

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kapelle
 Besonderheit: "Mindelheimer Sippe"
 Baustil: Spätgotik/Barock
 Baujahr: um 1455/1725
 Adresse: 88719 Mindelheim, Memminger Str. 9
 Geo: 48.045183, 10.481407
 Lage:

Karte

 Parken: Mindelheimer Str.
 Bewertung: 2**  (von 5*****)
 Links: de.wikipedia.org/wiki/Liebfrauenkapelle_(Mindelheim)

 

Die Liebfrauenkapelle in Mindelheim ist als Kapelle des Leprosenhauses um 1360 zum ersten Mal erwähnt worden.
Es ist ein im Kern spätgotischer, wohl um 1455 entstandener Bau, der im mittleren 17. Jh. umgestaltet wurde; gleichzeitig erfolgte der Anbau von
Sakristei und Brunnenkapelle.
Angeblich ist nach einem Brand um 1725 eine erneute Umgestaltung durchgeführt worden.
1960 fand eine Renovierung statt.

 

 

Die Liebfrauenkapelle ist ein einschiffiger Saalbau mit einer Stichkappentonne und dreiseitigem Schluss.
Der Dachreiter von 1725 wird von einer Haube mit Knauf bedeckt.
Außen am Chorscheitel ist die Brunnenkapelle angebaut: der sog. Fünfwundenbrunnen, ein offenes, quadratisches Gehäuse des 17. Jh. (Gitter bez. 1662) mit einer Bleigussfigur des Schmerzhaften Heilands aus der ersten Hälfte des 17. Jh., aus dessen Wunden Wasserstrahlen in ein steinernes Becken fließen.
Westlich befindet sich ein brückenartiger Verbindungsbau zum ehem. Leprosenhaus, das im Obergeschoss ein Oratorium besitzt; im Durchgang ehem. Franziskusgrotte. Daneben anschließend das ehem. Messner- und Gasthaus.

 

 

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Der Altar stammt aus dem dritten Viertel des 17. Jh.; auf der Mensa befindet sich ein Gehäuse mit einer Muttergottesfigur um 1520; in der Nische des Aufbaus eine große, anmutige Muttergottes, von dem einheimischen Bildhauer Georg Schenk von 1657; ebenso die Figuren der hll. Elisabeth und Ottilia außen neben den Säulen, 1652.
In den Schrägachsen des Chors sind beiderseits des Altars Figurengruppen von Georg Schenk angebracht: links Taufe Christi, 1657; rechts Beweinung, 1656.
Beiderseits im Altarraum befinden sich Gemälde von David Sichelbein: links Schutzmantelmadonna, 1654, rechts Maria als Fürbitterin der Armen Seelen, 1656; zu Seiten der Schreine Statuetten: links hl. Johann Nepomuk und hl. Franz Xaver, um 1720/30; rechts hl. Sebastian und hl. Rochus, 1658.
Im Langhaus sind Schreine mit bedeutenden geschnitzten Reliefs und Figuren angebracht:
links Hochrelief "St. Joachims Geschlecht" in originaler Fassung von Georg Schenk, 1655; im Auszug Tafelbild des Evangelisten Johannes, 1657 von David Sichelbein;
Gegenüber im Schrein von 1645 die sog. "Mindelheimer Sippe", hochbedeutende schwäbische Arbeit im Parallelfaltenstil um 1510/20, von einem unbekannten, nach diesem seinem Hauptwerk benannten Meister der Mindelheimer Sippe, lebendige Darstellung mit stark differenzierter Figurencharakterisierung (1640 aus Memmingen von den Mindelheimern aufgekauft); im Auszug kleines Tafelbild Davids, 1654 von Sichelbein.
links hinten: Figurengruppe der Flucht nach Ägypten, 1651 von Georg Schenck; außen Allegorien der Macht und Fruchtbarkeit, im Auszug Gottvater;
rechts hinten: Figurengruppe der Geburt Christi, 1649 von Schenck; seitlich Allegorien der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, im Auszug Gottvater.
Der Deckenstuck stammt von Abraham Bader, 1735.
Die etwa gleichzeitigen Fresken sind nur z.T. erhalten: Muttergottes, im Zwickeln marianische Embleme.