Wappen Unterallgäu Mariä Himmelfahrt Markt Wald

 

 

 DEBYUAL1500  Mariä Himmelfahrt Markt Wald

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit:  
 Baustil: Klassizismus, Neuromanik
 Baujahr: 1727-30
 Adresse: 86865 Markt Wald, Christoph-Scheiner-Str. 3
 Geo: 48.135514, 10.581475
 Lage:

Karte

 Parken:  
 Bewertung: 1*  (von 5*****)
 Links:

www.marktwald.de/mariae-himmelfahrt-markt-wald

de.wikipedia.org/wiki/Mariä_Himmelfahrt_(Markt_Wald)

 

 

Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Markt Wald ist eine spätgotische Anlage von Ende des 15. Jh.; das Langhaus wurde unter dem damaligen Herrschaftsinhaber, Konrad I. von Riedheim, 1499 vollendet.
In den Jahren 1696-98 erfolgte ein Barockisierung des Innenraumes und 1727-30 ein Umbau des Langhauses mit Verlängerung nach Westen durch den Baumeister und Stuckator Michael Stiller.
Am 10. Juni 1822 wurde der Turm während einer Messe durch einen Blitzschlag beschädigt, dabei ist auch der damalige Pfarrer Anton Wörz verletzt worden; das Satteldach ist daraufhin 1825 durch ein Zeldach ersetzt worden.
Im Zuge einer umfassenden Renovierung um 1869/70 ist die barocke Ausstattung beseitigt worden, der Stuck und die Fresken wurden entfernt und die Kirche wurde neuromanisch eingerichtet.
Bei einer weiteren Restaurierung 1902 ist der Stuck in der Gewölbezone anhand alter Reste wiederhergestellt worden, auch neue Fresken wurden geschaffen, weitere Renovierungen fand 1950, 1983 und 1990 statt.

 

 

Die Pfarrkirche, am Südostrand von Markt Wald auf einem nach Süden abfallenden Hang gelegen, ist von einem Friedhof umgeben.
Sie hat ein einschiffiges, vierjöchiges Langhaus mit einer spätgotischen, korbbogigen Stichkappentonne, die kurze westliche Achse ist über der tiefen Doppelempore flachgedeckt.
Beiderseits des eingezogenen, dreijöchigen, dreiseitig geschlossenen Chors befinden sich prächtige geschnitzte Korbbogentüren von etwa 1720 und Oratoriumsbalkone mit konsolenartiger, wenig geschwungener Unterseite und stuckierter, gefelderter Brüstung.
Die Wandgliederung erfolgt durch korinthische Pilaster, im Langhaus verdoppelt, der Außenbau hat unterhalb des Traufgesimses einen Dreipassbogenfries; die Chorfassade hat kräftige, abgetreppte Strebepfeiler.
Die Umrisse der gotischen und später vermauerten Spitzbogenfenster sind an der Südseite des Langhauses noch zu erkennen.
Im nördlichen Chorwinkel steht der quadratische Kirchturm mit Schlüsselscharten, am Oberteil große Rechteckblenden mit einem Rundbogenfries und dreiteiligen Klangarkaden, darüber ein Pyramidendach.
An der Südseite befindet sich die zweigeschossige Sakristei mit einem Pultdach.

 

 

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Der Hochaltar von 1953, beachtlich in der freien verwendung frühklassizistischer Formen, vermischt mit originalen Teilen des frühen 18. Jh., hat in
der Mitte, zwischen den von Leuchtern besetzten, türkis marmorierten toskanischen Säulen, eine Muttergottesfigur auf der Mondsichel aus der Zeit um 1500, eine Ulmer Arbeit aus dem Kreis von Jörg Syrlin d.J.; außen stehen auf Konsolen Skulpturen der hll. Stephanus und Georg um 1720/30.
Links vom Hochaltar ist ein Rotmarmorgrabstein für Paul Zehender von Zehentgrueb (+1601) eingelassen, rechts ein Epitaph für Anna von Riedheim (+1568), mit Relieffigur; daneben ein Wappenstein für Christoph Adam von Roedheim (+1578).
Die Seitenaltäre und Kanzel sind neuromanisch, um 1880/86; die Altargemälde stammen von Ferdinand Wagner, 1843: links "hl. Sebastian", rechts "Mariä Himmelfahrt" (eine Kopie nach Guido Reni).
Die ebenfalls neuromanische Kanzel hat am Korb drei kreisrunde Gemälde auf Holz: Jesus, sowie zwei der vier Evangelisten
Weitere bemerkenswerte Ausstattungsstücke sind:
- Apostelbilder aus der ersten Hälfte des 18. Jh.,
- ein Kreuzweg um 1770/80, vielleicht von Joseph Leitkrath,
- ein großes Votivbild von 1753 unter der Empore mit langer Inschrift,
- ein Holzkruzifix im Parallelfaltenstil, um 1520/30,
- eine Pieta aus der Mitte des 18. Jh.

Die reich stuckierten Gebälkstücke der Chorpilaster, die Stukkaturen der Schildbogen und Stichkappengrate im Chor sowie die Profilrahmen der
Fenster um 1725/27 stammen von Michael Stiller. Der gesamte übrige Stuck ist von 1902; westlich vom Chorbogen befindet sich das Wappen Fugger-Babenhausen.
Die Deckenfresken malte 1902 Friedrich Jakob:
im Chor: östlich "Anbetung der Hirten", im Scheitel ein kleines Medaillon mit dem Lamm Gottes, westlich "Mariä Verkündigung"; in den Zwickeln seitlich Medaillons mit biblischen Gleichnissen in Grisaillemalerei;
die drei zentralen Fresken an der Langhausdecke: von Osten "Vermählung Mariä und Joseph", "Mariä Tempelgang" und "Vertreibung aus dem Paradies"; in den seitlichen Zwickeln Szenen aus dem Neuen Testament.