Mariä Himmelfahrt Türkheim
Mariä Himmelfahrt Türkheim
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | |
| Baustil: | Spätgotik/Neubarock |
| Baujahr: | 1678/1732 |
| Adresse: | 86842 Türkheim, Augsburger Str. 2 |
| Geo: | 48.062977, 10.640725 |
| Lage: | |
| Parken: | Augsburger Str. |
| Bewertung: | 2** (von 5*****) |
| Links: | de.wikipedia.org/wiki/Mariä_Himmelfahrt_(Türkheim) |
Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Türkheim ist ein spätgotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jh.
1678 erfolgte durch Johann Schmuzer ein Umbau mit Barockisierung; u.a. Erneuerung der Langhausdecke und angeblich Anbau der Seitenkapellen zwischen den Strebepfeilern der drei östlichen Langhausjoche.
Im Jahr 1687 wurde der Turm durch Thomas Natter um das oberste Geschoss erhöht.
1732 ist durch Michael Stiller der Chor umgestaltet und die Sakristei neu gebaut worden.
Im Jahr 1873 wurde das Innere unter Ludwig Leybold durchgreifend in neuromanischen Formen verändert. 1938–1947 wurde das barocke Raumbild wieder hergestellt.
Eine Innenrestaurierung erfolgte 1978.
Das geräumige, breite Langhaus der Kirche könnte darauf schließen lassen, dass sie ursprünglich die Form einer dreischiffigen gotischen Basilika mit Seitenkapellen hatte. Der Raum wird durch eine weit gespannte, korbbogenförmige Stichkappentonne von 1678 (frühes Beispiel einer Lattendecke) über einer Pilastergliederung abgeschlossen.
Die mit Rundbogenarkaden zum Langhaus geöffneten, wenig tiefen Seitenkapellen haben Quertonnengewölbe.
Im Westen befindet sich eine doppelte Westempore von 1823.
Der eingezogene Chor hat eine querovale, flache Pedentifkuppel von 1732 sowie Oratorien; die breiteren, östlichen Joche mit steiler Stichkappentonne haben einen dreiseitigem Abschluss. Unter dem Chor befindet sich eine tonnengewölbte Gruft.
Das gotisch geprägte Äußere wird durch Strebepfeiler und Kleeblattbogenfriese auf lilienartigen Konsolen einheitlich gegliedert; beiderseits in halber Höhe des Langhauses befinden sich Kapellenreihen.
Von der wohl ursprünglich geplanten Doppenturmanlage ist nur der mächtig aufragende, südliche Turm vollendet; die sechs unteren, quadratischen Geschosse des 14. Jh. sind mit Deutschem Band und verschiedenen Bogenfriesen geschmückt, an der Erhöhung des späteren 15. Jh. ist ein Kleeblattbogenfries. Der barocke Aufsatz mit Eckpilastern, trägt zwischen den Postamenten mit kleinen Zeltdächern eine Balustrade als Abschluss sowie in der Mitte der Plattform einen quadratischen Aufsatz, ebenfalls mit einem Zeltdach.
Der quadratische Unterbau des unvollendeten Nordturms, wohl aus der zweiten Hälfte des 15. Jh., reicht bis vor den Ansatz des Langhauses; in dessen sterngewölbten Untergeschoss befand sich die ehemalige Sakristei.

Das Innere hat eine neubarocke Ausstattung aus den Jahren 1940-1948.
Die Mater Dolorosa und der schmerzhafte Heiland auf dem Gebälk des Hochaltares stammen vermutlich aus den Türkheimer Bildhauerwerkstätten des 18. Jh., ebenso der Salvator sowie der hl. Nepomuk am Chorbogen.
Im Chor hängen die ehemaligen nazarenischen Altargemälde von Johannes Kaspar aus Obergünzburg aus den Jahren 1870/1873 (Marienkrönung, Tod des hl Joseph). Die heutigen Seitenaltarbilder malte Gertrud Drexel aus Türkheim (links: Kreuzauffindung durch die heilige Helena, 1958; rechts: Tod Josefs, 1948).
Der heilige Benno am rechten Pfeiler (Martin Beichel, um 1680) stammt aus der 1807 abgebrochenen Bennokapelle.
In der südöstlichen Kapelle befindet sich ein Epitaph für die Gemahlin des Hans Wilhelm von Rechberg (+ 1581), mit Ganzfigur.
Der Stuck der Kapellen aus dem Jahr 1678 stammt von Johann Schmuzer und Matthias Schmuzer d.J. Alle anderen Stukkaturen sind von 1946, im Chor nach den alten, nur in Umrissen erhaltenen Formen des Michael Stiller von etwa 1732 rekonstruiert, im Langhaus nach Vorbild von Johann Schmuzers Stuck (1681/82) in der Pfarrkirche von Pfreimd, Opf., stark vereinfacht erneuert.
Die Deckenfresken im Chor malte 1732/33 der einheimische Maler Johann Andreas Bergmüller: Mariä Himmelfahrt und Tod, Darstellung im Tempel, seitlich marianische Symbole, in der Kuppel Verehrung des Namens Jesu durch die vier Erdteile, an den Pedentifs Kirchenväter.