St. Blasius Engetried
St. Blasius Engetried
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | |
| Baustil: | Barock |
| Baujahr: | 1728/1757 |
| Adresse: | 87733 Engetried, Hauptstr. 5 |
| Geo: | 47.929560, 10.397417 |
| Lage: | |
| Parken: | Hauptstr. |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: |
Die Kirche St. Blasius in Engetried wurde bereits im Jahr 1152 urkundlich erwähnt.
Der Chor und das Langhaus des heutigen Bauwerks stammen aus dem 15. Jh., der Turm ist wohl um 1500 errichtet worden.
Um 1728 und 1757 erfolgte eine Umgestaltung und Barockisierung unter Abt Anselm Erb von Ottobeuren.
Eine Innenrestaurierung wurde 1983-84 durchgeführt.
St. Blasius ist ein unverputzter Bau aus Tuffsteinquadern.
Einschiffiges, saalartiges Langhaus zu vier Fensterachsen; paarweiser Pilastergliederung mit lebhaft geschwungenem Gebälk, darüber ein Spiegelgewölbe mit Stichkappen. An der Westseite befindet sich eine Empore, deren Mittelteil leicht vorgeschwungen ist.
Wenig eingezogener, breiter Chor mit einem runden Chorbogen, dreiseitigem Schuß und Stichkappentonne.
An der Außenseite des Chores befinden sich Strebepfeiler mit Wasserschlag.
Im nördlichen Chorwinkel steht der ungegliederte Turm aus kleineren Tursteinquadern mit dreiteiligen romanischen Klangarkaden und einem Satteldach.

Der marmorierte Hochaltar mit verkröpftem Gebälk und geschwungenen Giebelschenkeln wurde um 1730 errichtet: das Altargemälde der Hl. Familie stammt wohl von einem ottobeurer Meister; seitlich zwischen den Säulen stehen Figuren der hll. Sebastian und Petrus von Alcantara, im Auszug der hl. Blasius. Der mit Rocaillemuschelwerk kunstvoll gestaltete Tabernakel ist drehbar und kann nach drei Seiten hin geöffnet werden.
Links im Chor hat die Sakristeitür eine aufwendige Rahmung durch stuckierte Doppelpilaster, auf dem Gebälk ist eine von Putten gehaltene Baldachindraperie und das Wappen der Herren von Schönau zum Stein, bez. 1728.
Im Chor befinden sich ebenfalls Grabsteine des 16. und 17. Jh.: links am Chorbogen Hans Friedrich von Stein (+1578), mit Relief des Verstorbenen vor dem Kruzifix, bez. HM. Gleichgeartet ist das Epitaph für Sabina von Schönau (+1615), mit fast freiplastischer Standfigur in seichter, architektonisch gerahmter Rechecknische, darüber von Wappen flankiertes Relief des hl. Georg; rechts am Chorbogen Hans Kaspar von Schönau (+1656), mit Relief des Verstorbenen vor der Muttergottes.
Die Seitenaltäre stammen von Mitte des 18. Jh.; auf den Mensen befinden sich Glasschreine; links mit einer Pieta aus der ersten Hälfte des 18. Jh., rechts mit einer Figurengruppe der Grablegung Christi von Ende des 15. Jh.
Die Altargemälde um 1740 zeigen links die Familien Christi und Johannes d.T., flankiert von den Figuren des hl. Silvester und des hl. Georg, im Auszug Kaiser Heraklius; rechts "Vermählung Mariä" mit Figuren der hll. Vitus und Rochus, im Auszug die hl. Helena.
Die Kanzel aus marmoriertem Holz wurde im späten 18. Jh. gefertigt; auf dem Schalldeckel befinden sich drei Engelsputten.
Der Kruzifixus der Kreuzigungsgruppe im Langhaus ist aus der Zeit um 1600, die beiden Figuren von Maria und Johannes um 1769.
Die Rokokostukkaturen stammen aus der Zeit um 1757; über dem Chorbogen das Wappen des Ottobeurer Abts Anselm Erb.
Die Deckenfresken malte 1757 Joseph Anton Walch: im Chor "Verkündigung Mariä", in den Zwickeln die restlichen Geheimnisse des freudenreiches Rosenkranzes sowie die Arme Seelen und Herzen Jesu und Mariä;
im Langhaus: Szenen aus dem Leben und Glorie des hl. Blasius, in den Zwickeln in gelb die glorreichen und in rot die schmerzhaften Rosenkranzgeheimnisse.
Aus der Mitte des 18. Jh. stammen die zwölf hochovalen Apostelbilder sowie die zwölf Kreuzwegstationen.