Wappen Unterallgäu St. Georg Bedernau

 

 

 DEBYUAL0600  St. Georg Bedernau

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit:  
 Baustil: Barock/Neubarock
 Baujahr: 1709/10
 Adresse: 87739 Bedernau, Kirchberg 4
 Geo: 48.117478, 10.391547
 Lage:

Karte

 Parken: P an der Kirche
 Bewertung: 1*  (von 5*****)
 Links: de.wikipedia.org/wiki/St._Georg_(Bedernau)

 

 

Die drei quadratischen Turmuntergeschosse der Kirche St. Georg in Bedernau sind Reste einer romanischen Chorturmkirche aus der zweiten Hälfte des 12. oder der ersten Hälfte des 13. Jh. Die beiden folgenden Geschosse und der Kern der bestehenden Kirche stammen aus der zweiten Hälfte des 15. oder frühen 16. Jh. Das Turmoktogon mit Zwiebelhaube wurde im späten 17. Jh. vielleicht durch Thomas Natter aufgesetzt.
In den Jahren 1709/10 erfolgte ein durchgreifender Umbau wohl durch Michael Stiller aus Ettringen.
Bei der Innenrestaurierung 1952 wurden die alten Deckenfresken wieder aufgedeckt.
In den Jahren 1952-53 ist eine Innenrestaurierung und 1970/71 eine Aussenrestaurierung (Entfeuchtung, Kanalisierung, Pflaster) durchgeführt worden.
Bei der 1984-86 durchgeführten Außen- und Innenrestaurierung wurde eine neue kupferne Turmzwiebel aufgesetzt.

 

 

St. Georg hat ein einschiffiges Langhaus mit einer Wandgliederung durch Doppelpilaster, darüber eine flache Stichkappentonne; zwei Emporen im Westen, der Nordteil der unteren ist als herrschaftliches Oratorium abgetrennt, über der verglasten Neurenaissancefront ist ein Wappen der Freiherren von Castell angebracht.
Der Chor ist eingezogen und dreiseitig geschlossen.
Im südlichen Chorwinkel steht der Turm mit einem Quadratischen Unterbau, einem zweistöckigem Oktogon und Zwiebelhaube.
An der Westfassade ist der ehem. Verbindungsgang zum Schloss angebaut (17./18. Jh.), erhalten sind nur zwei Achsen; unter dem Ostteil befindet sich eine tonnengewölbte Durchfahrt zwischen niedrigen Rundbogenarkaden.

 

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Der neubarocke Hochaltar von Ende des 19. Jh. ist zusammengesetzt aus einer Mensa im Stil der Neorenaissance mit Darstellungen des Pelikan und des Phönix von 1890, dem neubarocken Tabernakel von 1952, den barocken Säulen und Pilastern (wohl von einem Seitenaltar der alten Wallfahrtskirche in Baumgärtle), und als oberen Abschluss dem Auszug von 1890 mit einem Gemälde des Hl. Georg.
Die Seitenaltäre aus Stuckmarmor sind Arbeiten von Benedikt Zöpf aus Mindelheim, um 1719; rechts ein Gemälde der Immaculata aus dem frühen 18. Jh.; die Auszugsbilder stammen wohl von Joseph Kober, aus der zweiten Hälfte des 19. Jh.: links hl. Sebastian, rechts hl. Joseph.
An den Chorwänden sind mehrere Grabdenkmäler der Patronatsherren Muggenthal und Castell aus dem 18.-20. Jh. eingemauert.
Die Kanzel stammt aus der Zeit um 1680.
Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken im Innern zählen:
- ein klassizistischer Taufstein um 1800 mit der Figurengruppe der Taufe Christi; am Beckenrand ein geschnitztes Wappen Castell/Mailinger;
- Apostelfiguren in den Muschelnischen des Langhauses von Michael Seitz, 1711-19;
- ein Kruzifix und Mater Dolorosa um 1730.
- zwei Ganzfigurenbilder hll. Franziskaner rechts im Chor, in prachtvollen Schnitzrahmen, von Mitte des 18. Jh., ehemals in Baumgärtle.

Die Stukkaturen im Chor von 1709, im Langhaus von 1710, sind von Michael Stiller; über dem Chorbogen eine Vorhangdraperie zwischen Engeln, außen Wappen Muggenthal und Frohberg.
Die 1709/10 möglicherweise von Michael Niggl gemalten Fresken wurden 1952 z.T. freigelegt; im Chor: in den Zwickeln marianische Symbole, ebenso neben dem Chorbogen;
im Langhaus: in kleinen Kreisfeldern Hl. Geist und Sonne, in den Zwickeln neben der Westwand Weinstock und Spiegel.
Die restliche Bilder im Langhaus malte 1867 Joseph Kober: "Szenen aus dem Marienleben", die vier abendländischen Kirchenlehrer Hieronymus, Augustinus, Gregorius und Ambrosius sowie die Propheten.
Innen am Aufgang zum Turm befinden sich drei kreisrunde Medaillons mit Darstellungen der klugen und törichten Jungfrauen aus der Zeit von 1250 bis 1400. Sie zierten einst den Chorbogen der spätromanischen Chorturmkirche mit dem jetzigen Turmerdgeschoss als Altarraum.