Wappen Unterallgäu St. Georg Kirch-Siebnach

 

 

 DEBYUAL1500  St. Georg Kirch-Siebnach

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit:  
 Baustil: Klassizismus
 Baujahr: 1718/19
 Adresse: 86833 Kirch-Siebnach 2
 Geo: 48.146195, 10.663444
 Lage:

Karte

 Parken: P unterhalb der Kirche
 Bewertung: 1*  (von 5*****)
 Links: de.wikipedia.org/wiki/St._Georg_(Kirch-Siebnach)

 

 

Die Kirche St. Georg in Kirch-Siebnach steht weithin sichtbar in beeindruckender Lage an einem Hang.
Bei Grabungen 1952/58 wurde zwischen der Kirche und der nördlich gelegenen Schule eine römische Siedlungsschicht entdeckt, die auf einen Gutshof aus dem 2. Jh. schließen lässt.
Die Kirche besteht vermutlich schon seit dem Hochmittelalter, Siebnach gehörte dem Klosten Steingaden.
Bereits seit 1666 (eine Skapulierbruderschaft ist am 23. Mai 1666 gegründet worden; der Abt von Steingaden, Augustin Bonenmayr, hatte zur Einführung der Bruderschaft ein Gnadenbild der Muttergottes aufstellen lassen), war die Kirche Ziel einer Wallfahrt.
Der heutige Kirchenbau wurde 1718/19 durch Michael Stiller unter Beibehaltung des quadratischen Turmunterteils aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. errichtet. Die Weihe erfolgte 1720.
In den Jahren 1801/02 fand eine klassizistische Neueinrichtung statt.

 

 

St. Georg steht rund 1,5 km nördlich außerhalb des Ortes Siebnach am Westhang der Wertachniederung. Umgeben ist sie vom Friedhof; westlich daran befindet sich der Weiler Kirch-Siebnach.
Es ist ein einschiffiger Bau zu fünf Jochen mit flacher Stichkappentonne und doppelter Westempore; die Gliederung erfolgt innen durch korinthische, außen durch toskanische Pilaster.
Der zweijöchige Chor mit einer korbbogigen Stichkappentonne ist eingezogen, dreiseitig geschlossen und durch einen Chorbogen mit dem Langhaus verbunden.
Im nördlichen Winkel zwischen Chor und Langhaus steht der quadratische Turm mit Kleeblattbogenfriesen auf Lilienkonsolen; über dem zweistöckigem Oktogon eine Zwiebelhaube. Gegenüber, im südlichen Winkel, ist die zweigeschossige Sakristei mit einem Pultdach angebaut.

 

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Die Altäre, Kanzel und Beichtstühle in klassizistischen Formen wurden 1801/02 vom Schreiner Clemens Wilhelm aus Tussenhausen geschaffen.
In der Mittelnische des von korinthischen Säulen gerahmten Hochaltars befindet sich unter einem vergoldeten Baldachin das Gnadenbild der ehemaligen Wallfahrt, eine bekleidete Muttergottesfigur mit dem Jesuskind wohl des 17. Jh.; seitlich zwischen den Säulen stehen Figuren der hll. Sebastian und Georg; darüber im Auszug das Marienmonogramm in einem Strahlenkranz und die Hl.-Geist-Taube.
Die beiden Seitenaltäre sind gleich aufgebaut: links im Reliquientabernakel die Figur eines bekleideten Jesuskindes, darüber in der Mittelnische die Figur des Geißelheilands; rechts das Marienmonogramm und darüber eine Figur der hl. Anna Selbdritt aus dem ersten Viertel des 18. Jh.
Rechts, neben dem rechten Seitenaltar befindet sich in einer Nische der Taufstein aus rot marmoriertem Holz, mit einer Figurengruppe der Taufe Christi.
Am zylindrischen Kanzelkorb ist ein goldenes, ovales Relief des Guten Hirten angebracht; der Schalldeckel in Form eines offenen, querovalen Rings, darüber, als Fortführung der Rückwand, Gesetzestafeln und die Hl-Geist-Taube in einem Strahlenkranz.

Die farbige Stuckierung der Decken stammt vom Baumeister Michael Stiller, um 1719.
Leonhard Thoma malte 1907 die Deckenfresken: im Chor östlich: die Krönung Mariens, westlich Mariä Himmelfahrt; in den Zwickeln Darstellungen von Personen des Alten Testaments (nördlich Jakob, südlich Daniel) sowie in Grisaillemalerei Marianische Symbole;
im Langhaus (von Ost nach West): "der 12-jährige Jesus im Tempel", "Mariä Opferung", "Geburt Christi", "Mariä Heimsuchung"; über der Empore "Mariä Verkündigung"; in den Zwickeln Evangelisten und Kirchenväter (links/nördlich: Johannes, Lukas, Hieronymus, Augustinus, rechts/südlich: Matthäus, Markus, Gregor und Ambrosius) sowie marianische Symbole in Grisaillemalerei.
Die Fresken des Chorbogens zeigen links den hl. Josef und rechts Moses.