St. Martin Tussenhausen
St. Martin Tussenhausen
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | |
| Baustil: | Barock/Klassizismus |
| Baujahr: | 1695-1701 |
| Adresse: | 86874 Tussenhausen, Zaisertshofener Str. 1 |
| Geo: | 48.102151, 10.562282 |
| Lage: | |
| Parken: | Marktplatz |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: | de.wikipedia.org/wiki/St._Martin_(Tussenhausen) |
Die ältesten Teile der Kirche St. Martin in Tussenhausen sind die Untergeschosse des Kirchturms aus dem 14. Jh.
Der Turm wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. um das Oktogon mit Spitzhelm erhöht.
Die übrigen Teile des Kirchenbaus stammen von Mitte des 17. Jh., sie wurden später mehrfach umgestaltet (Chorumbau 1695 durch Thomas Natter, Decke Langhaus 1701, Doppelempore 1771).
St. Martin hat ein einschiffiges Langhaus mit flachem korbbogigen Tonnengewölbe und einer Doppelempore im Westen.
Der eingezogene, breite Chor mit einer Stichkappentonne über Pilastergliederung hat einen dreiseitigem Abschluß.
An der Westseite des Langhauses steht der leicht schräggestellte Kirchturm mit quadratischem Unterbau mit Rundbogenfries, zweistöckigem Oktogon und Spitzhelm. Nördlich anschließend befindet sich das ehemalige Beinhaus mit einem verwittertem Epitaph für Ulrich von Riedheim (+ 1500), mit stehender Relieffigur.

Den klassizistischen Hochaltar schuf 1797 Clemens Wilhelm; in der Mitte des viersäuligen Aufbaus befindet sich das Gemälde des hl. Martin als Bischof in der Glorie und als Soldat, der den Mantel teilt, eine Augsburger Arbeit um 1665, vom ehemaligen Hochaltar übernommen; ebenso die großen seitlichen Holzfiguren der Apostelfürsten und die Muttergottes im Auszug; der mächtige Tabernakel um 1900 hat neuklassizistische Formen.
Beiderseits des Hochaltars befinden sich Figuren der hll. Johann Nepomuk und Franz Xaver, um 1720/30.
Die mit Rocaillen verzierte, schmale Seitenaltäre stammen von Dominikus Bergmüller, der linke 1754, der rechte 1760 aufgestellt;
auf dem linken das Gemälde der Rosenkranzspende an die hll. Dominikus und Katharina von Siena, von Franz Seraph Kürzinger, 1755; rechts "hl. Joachim mit Immaculata als Kind", 1763 von Franz Martin Kuen; die bewegten Engelsfiguren vor den volutenartig geschwungenen Pfeilern und die hl. Anna Selbdritt am südlichen Altar werden Johann Michael Hegenauer zugeschrieben.
Die Kanzel wurde 1773 von Benedikt Schuhbauer geschaffen.
Am Kanzelkorb über volutenbesetztem, flachen Schweifkegel befinden sich Figuren des Noah, Johannes D.T. und Davids von Johann Michael Hegenauer (zugewiesen).
Matthias Stiller schuf 1701 die reichen Stukkaturen, im Langhaus nach Entwurf von Johann Merck.
Der Stuck der Emporenbrüstungen stammt von Pontian Hoiß aus dem Jahr 1771.
Die Deckenfresken malte 1701 Michael Niggl: im Chor: Ecclesia zwischen den hll. Petrus und Paulus (die Medaillons 1948 erneuert);
im Langhaus: die Hl. Sippe, Maria mit den hll. Michael, Dominikus und Franziskus, hl. Nikolaus und hl. Florian, in Medaillons Putten mit Rosenkränzen.
Die Bilder der Emporenbrüstungen stammen von Jakob Fröschle, 1771:
unten: die Muttergottes erscheint dem hl. Dominikus, der hl. Johann Capistran verteilt Rosenkränze an Soldaten, Erscheinung Christi bei einer Messfeier; oben: König David, Überführung der Bundeslade, hl. Cäcilie, Einsturz von Jericho und David mit dem Haupt Goliaths.