Wappen Unterallgäu St. Michael Stockheim

 

 

 DEBYUAL3900  St. Michael Stockheim

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit: Fresken von Johann Joseph Anton Huber
 Baustil: Rokoko/Frühklassizismus
 Baujahr: 1701-03/1793
 Adresse: 86825 Stockheim, Dorfstraße 32
 Geo: 48.001800, 10.642600
 Lage:

Karte

 Parken: Dorfstr.
 Bewertung: 2**  (von 5*****)
 Links: de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_(Stockheim)

 

Der spätgotische Turmunterbau der Kirche St. Michael in Stockheim stammt noch aus dem 15. Jh.
Nachdem die alte Kirche 1694 baufällig geworden war, ist zunächst das Turmoktogon mit Zwiebelhaube durch Thomas Natter erhöht worden, danach begann der Neubau des Langhauses und des Chors.
Am 28. April 1701 erfolgte die Grundsteinlegung (vgl. Inschriftenstein neben dem Eingang), die Kirchenweihe durch den Weihbischof Johannes Eustach Egolf von Westernach fand am 19. Januar 1704 statt. Der Innenausbau zog sich noch über mehrere Jahre hin.
Ende des 18. Jh. ist eine neue Decke eingezogen worden.
Renovierungen fanden 1870, 1922-23, 1952 1975/76 sowie 2016 statt.

 

 

St. Michael ist Saalbau zu vier Achsen mit einer Flachdecke über hohen Vouten an den Längsseiten und einer Doppelempore im Westen.
Der eingezogene, zweijöchige Chor mit halbrundem Schluss ist kreuzgratgewölbt.
Die Wandgliederung erfolgt innen und außen durch toskanische Pilaster, die Fenster sind eingezogen und rundbogig.
Im südlichen Chorwinkel steht der fünfgeschossige Turm mit einem spätgotischen quadtratischen Unterbau mit Rundbogen- und Kleeblattbogenfriesen, einem hexagonalen zweigeschossigem Oberteil und einer Zwiebelhaube. Gegenüber befindet sich die zweigeschossige Sakristei mit einem Viertel-Walmdach.
Außen am Chorabschluss ist statt einem Fenster eine Kreuzigungsszene angebracht.

 

 

DEBYUAL3710

Der sechssäulige Hochaltar aus dem Jahr 1825, in späten frühklassizistischen Formen, stammt von Johann Haile aus Friedberg. Über dem viersäuligen zylindrischen Tabernakel mit einem Relief des Abendmahls, flankiert von Figuren der vier Kirchenväter, liegt das Lamm Gottes auf einem Buch mit den sieben Siegeln. Das Altargemälde zeigt den Engelssturz durch den Erzengel Michael, gemalt 1888 von Max Bentele aus Lindenberg. Das Gemälde kann hochgezogen werden, in der Osterzeit ist eine Figur des Auferstandenen sichtbar, inmitten einer gemalten Nischenarchitektur, umgeben von Engeln. Beiderseits stehen weiss gefasste Figuren der Hll. Drei Könige und Davids, über den seitlichen Durchgängen befinden sich Halbfiguren der hll. Nikolaus und Ulrich.
Im Chor stehen auf Konsolen weiß und golden gefasste Figuren des hl. Johann Nepomuk, des seligen Johannes Sarkander sowie der Apostel (weitere stehen an den Langhauswänden, 1721 von Joseph Denzel aus Holzhausen); links im Chor, unter dem Oratoriumsgitter befindet sich eine spätgotische Pieta von Anfang des 16. Jh.
Die prächtigen Rokoko-Seitenaltäre mit viersäuligem Aufbau und reichem Schnitzdekor stammen von Nikolaus Fickler aus dem dritten Viertel des 18. Jh. In der Predella befindet sich je ein geschweifter Reliquienschrein mit den Reliquien des hl. Justus links und einer liegenden Holzfigur des hl. Johannes Nepomuk rechts; darüber geschweifte Bilder mit den Herzen Mariä und Jesu. In den von Rocaillen gerahmten Muschelnischen steht links eine bekleidete Figur einer Muttergottes, flankiert von den hll. Joachim und Anna und rechts die hl. Anna Selbdritt, aus dem dritten Viertel des 18. Jh., flankiert von Figuren der hll. Joseph und Sebastian.
Die Kanzel ist stillistisch den Seitenaltären angepasst und stammt vermutlich ebenso von Nikolaus Fickler aus Dösingen; unten am Kanzelkorb die vier Evangelistensymbole, auf dem Schalldeckel in Form eines vorn eingerollten Gesimses steht eine Figur des Erzengels Michael.

Die frühklassizistischen Deckenfresken malte 1793 Johann Joseph Anton Huber, Direktor der Augsburger Kunstakademie:
im Chor: ein Kreisfeld von Putten mit Attributen der göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung und Liebe);
im Langhaus: deckenfüllendes Fresko "Engelssturz durch den hl. Michael".
Die Gemälde der Emporbrüstungen stammen alle aus dem Jahr 1717 und tragen Inschriften: unten 5 Gemälde mit dem Erzengel Michael, oben hl. Michael, Jesus in der Einöde und am Ölberg, Maria in der Glorie und Befreiung Davids aus der Löwengrube.