St. Othmar Eutenhausen
St. Othmar Eutenhausen
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: |
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| Baustil: | Rokoko |
| Baujahr: | 1756 |
| Adresse: | 87733 Eutenhausen, Erliser Str. 3 |
| Geo: | 47.972467, 10.431964 |
| Lage: | |
| Parken: | Erliser Str. |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: |
Die Kirche St. Othmar in Eutenhausen stammt aus dem Hochmittelalter, die Untergeschosse des Turms des heutigen Baus sind aus dem 15. Jh.
Die mittelalterliche Kirche wurde nach Ostern 1754 bis auf den Turm abgebrochen, die Grundsteinlegung für den Neubau erfolgte am 16. Mai 1754.
Der Neubau ist bis 1756, vielleicht durch den einheimischen Baumeister Matthäus Kirchmayr ausgeführt worden; gleichzeitig fand eine Turmerhöhung um das oberste Geschoss mit Zwiebelhaube statt.
Der augsburger Weihbischof Franz Xaver Adelmann von Adelmannsfelden weihte die neue Kirche am 15. Juli 1767.
Im späten 18. Jh. erblühte eine Wallfahrt zum St. Otmarspartikel, der in einer 1777 geschaffenen Monstranz aufbewahrt wurde.
Eine entstellende Restaurierung des Inneren fand 1884 statt; dabei wurden ein Teil der Stuckdekoration, das Hochaltarbild und Putten an verschiedenen Altären entfernt. 1936 wurde der Rokoko-Charakter der Kirche bei einer erneuten Restaurierung wiederhergestellt, dabei wurden auch die Fresken der Altäre wieder freigelegt.
Weitere Renovierungen fanden 1957 und 1983/1984 statt.
St. Othmar ist ein flachgedeckter, dreiachsiger Saalbau mit ausgerundeten Ecken und flacher Pilastergliederung.
In der Mitte der Spiegeldecke befindet sich ein ovales, eingetieftes Gemäldefeld mit einer Voute; im Westen ein apsidialer Anbau, der unten als kleiner, hexagonaler Vorraum, oben als Empore mit geschweifter, weit in den Kirchenraum vorkragender Brüstung dient.
Der eingezogene, breite Chor zu zwei Fensterachsen hat eine halbrunden Abschluß und eine Spiegeldecke.
Im Anbau, Langhaus und Chor befinden sich reich geschwungene Fenster in differenten Formen.
Im nördlichen Chorwinkel steht der quadratische Kirchturm mit verschiedenartigen Friesen, einem ebenfalls quadratischen Aufsatz mit toskanischen Pilastern an den Ecken und einer gedrückten, achtseitigen Zwiebelhaube.
Im südlichen Chorwinkel ist die zweigeschossige Sakristei mit zwei Fensterachsen und Walmdach angebaut.

Die Stuckmarmoraltäre stammen aus der Erbauungszeit um 1756.
Der aufgelockerte, viersäulige, konkav aufgebaute Hochaltar bezieht über geschwungene, von Engelsköpfen und Vasen bekrönte Gesimse die Fenster der Apsis mit ein. Über dem freistehenden, zylindrischen Tabernakel mit einer kleinen Kreuzigungsgruppe in der Mittelnische und dem Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln befindet sich ein Fresko des hl. Othmars von Josef Damberger aus dem Jahr 1936.
Am rechten Chorbogen hängt ein Gmälde des hl. Othmars als Viehpatron von Johann Michael Ziegler aus dem Jahr 1793.
Die beiden, ebenfalls direkt mit den Wänden verbundene, jeweils zweisäulige Seitenaltäre, haben Fresken von Leonhard Sesar aus dem Jahr 1833:
links: Kreuzabnahme (vereinfachte, seitenverkehrte Replik nach Carlo Carlones Altargemälde von 1731 in der Klosterkirche Weingarten), im Auszug Muttergottes; auf der Mensa steht eine hölzerne gefasste Pietà aus dem 16. Jh.;
rechts: das grisailleartige Fresko der Sebastiansmarter, im Auszug der hl. Joseph, auf der Mensa stehen Figuren der Muttergottes und der hll. Ulrich und Afra.
Die rötlich marmorierte Kanzel, um 1680, mit knorpeligem Blattwerkdekor auf dem Korb und Holzfiguren des Salvators und der vier Evangelisten zwischen den Säulen, hat eine Zugangstür in Form eines versilberten Vorhangs. Aus dem Schalldeckel steht eine Figur eines Engels mit Trompete.
Das Kruzifix an der Südwand des Langhauses ist eine Oberammergauer Arbeit, wohl von 1845, und wurde der Kirche 1936 geschenkt.
Sparsamer Rokokostuck um 1756.
Die Fresken an der Chor- und Langhausdecke von 1756 sind Frühwerke des Münchener Malers Franz Seraph Kirzinger (Kürzinger)
im Chor: "hl. Othmar in der Glorie" schwebend unterhalb einer Scheinkuppel (z.T. ergänzt);
im Langhaus: "Verurteilung des hl. Othmar vor dem bischöflichen Gericht in Konstanz im Jahr 759".
An den Langhauswänden wurden 1936 ovale Medaillons mit Halbfiguren der Apostel freigelegt.