St. Stephan Kirchdorf
St. Stephan Kirchdorf
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | Fresken von Johann Baptist Enderle |
| Baustil: | Klassizismus |
| Baujahr: | 1752/1800 |
| Adresse: | 86825 Kirchdorf, Kirchweg |
| Geo: | 48.038923, 10.578246 |
| Lage: | |
| Parken: | Kirchweg |
| Bewertung: | 2** (von 5*****) |
| Links: | de.wikipedia.org/wiki/St._Stephan_(Kirchdorf) |
Eine Kirche in Kirchdorf bestand schon seit dem Hochmittelalter.
Die heutige Kirche St. Stephan ist ein spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500.
Eine Umgestaltung fand um 1752 statt, dabei wurde eine neue Decke im Langhaus eingezogen und die Fenster abgerundet.
Renovierungen fanden unter anderem 1909 (innen), 1968 (außen) und 1980 (innen) statt. Die jüngste Generalsanierung erfolgte außen und innen in den Jahren 2016/17.
St. Stephan ist ein flachgedeckter Saalbau zu vier Achsen mit einem Spiegelgewölbe und einer Doppelempore im Westen.
Der um 2 Stufen erhöhte Chor ist eingezogen, dreiseitig geschlossen unter einem Stichkappengewölbe.
Die Gliederung erfolgt durch variierte Pilaster, die eine leichte, konkav-konvexe Bewegung der Wände andeuten.
Zu Seiten des Chorscheitels sind noch die ursprünglich spätgotischen Dienste erhalten.
An der Außenfassade des Chores befinden sich Strebepfeiler, welche in 3/4 Höhe abgetreppt sind.
Der Turm steht im nördlichen Chorwinkel, die vier oberen Turmgeschosse besitzen Ecklisenen mit dazwischen befindlichen, von Friesen aus sich überschneidenden Rundbogen, darüber ein Quersatteldach, dessen Giebel einen steigenden Spitzbogenfries ziert.
Im südlichen Chorwinkel befindet sich die Sakristei mit toskanischen Pilastern und einem ansteigenden Pultdach.

Das Innere hat eine klassizistische Ausstattung aus der Zeit um 1800; Altäre vll. von Clemens Wilhelm aus Tussenhausen mit Gemälden von Johann Kaspar aus Obergünzburg: am Hochaltar: "Steinigung des hl. Stephanus", Mitte des 19. Jh.;
linker Seitenaltar: "hl Joseph", 1856; rechts "hl. Dominikus vor der Muttergottes", um 1880.
Die Seitenfiguren der Apostelfürsten am Hochaltar und der hll. Ignatius und Franz Xaver am linken Seitenaltar, sind aus der Mitte des 18. Jh.;
die hl. Katharina und die hl. Barbara am rechten Seitenaltar um 1720/30.
An der rechten Langhauswand hängt in aufwändiger Stuckrahmung ein großes Kruzifix aus der ersten Hälfte des 16. Jh.; darüber ein von einem Pelikan bekrönter Baldachin.
Die reichen Stukkaturen aus breiten, unruhigen Rocaillen mit einzelnen Zweigen und Blumenketten, stammen aus der Mitte des 18. Jh. nach Art der Eitele.
An der linken Chorwand befindet sich ein Malereifragment: "Auferstehung Christi", aus der Zeit um 1500.
Die Deckenfresken sind Frühwerke von Johann Baptist Enderle, 1753, noch ganz unter dem Einfluss seines Weißenhorner Lehrers Franz Martin Kuen:
im Chor: "Verherrlichung des Altarsakraments" (vgl. Kuens Chorfresko in der Pfarrkirche in Fischach, Ldkr. Augsburg), in den Kartuschen Allegorien der göttlichen Tugenden und der Frömigkeit;
im Langhaus: "Auffindung des Leichnams des hl. Stephanus", seine "Verteidigungsrede im Tempel" und seine Glorie, seitlich "die Rosenkranzkönigin als Fürbitterin der Kranken" und "Maria mit den hll. Dominikus und Franziskus", in den Diagonalen Kirchenväter.