Wappen Unterallgäu St. Stephan Pfaffenhausen

 

 

 DEBYUAL2900  St. Stephan Pfaffenhausen

 

 POI-Art: Sehenswürdigkeit, Kirche
 Besonderheit: Fresken von Johann Joseph Anton Huber
 Baustil: Frühklassizismus
 Baujahr: 1780-1782
 Adresse: 87772 Pfaffenhausen, Kirchplatz 8
 Geo: 48.120669, 10.455717
 Lage:

Karte

 Parken: Kirchplatz
 Bewertung: 3***  (von 5*****)
 Links:

pgpfaffenhausen.de/unsere-pfarrkirche-75.html

marktpfaffenhausen.de/st-stephan

de.wikipedia.org/wiki/St._Stephan_(Pfaffenhausen)

 

Eine gotische Vorgängerkirche an Stelle der heutigen Pfarrkirche St. Stephan in Pfaffenhausen wurde 1713/14 durch den Baumeister Simpert Kraemer umgebaut. Von ihr sind nur die quadratischen Turmuntergeschosse erhalten geblieben.
Der heutige Kirchenbau ist ein Neubau von 1780-1782 (Grundsteinlegung Herbst 1780), ausgeführt durch den Baumeister Johann Stephan Gelb unter maßgeblicher Planung durch den Augsburger Bildhauer Ignaz Wilhelm Verhelst.
Der erste Gottesdienst in der noch nicht fertiggestellten Kirche fand bereits am 21. Dezember 1781 statt, die Kirchenweihe erfolgte am 12. Juli 1789 durch den Augsburger Bischof Clemens Wenzeslaus.
Die Pfarrkirche diente den Studierenden und Weltgeistlichen als Seminarkirche für das von Dillingen hierher verlegte Priesterseminar.
Renovierungen wurden 1954 sowie 1982 durchgeführt.

 

 

Der für eine Pfarrkirche ungewöhnlich großzügig konzipierte Bau gehört zu den Hauptwerken des frühen Klassizismus in Bayrisch-Schwaben.
Es ist ein weiträumig wirkender, flachgedeckter Saalbau auf rechteckigem Grundriss mit ausgerundeten Ecken zu fünf Fensterachsen und einer dreifach gestaffelten Westempore. Der eingezogene, halbrund geschlossene, leicht erhöhte Chor hat ein Tonnengewölbe.
Das Langhaus und der Chor sind innen durch grau marmorierte Pilaster gegliedert, außen durch Kolossalpilaster, kräftige Fensterrahmen sowie Okuli.
Die ursprünglichen Architekturmalereien des Augsburger Akademidirektors Johann Joseph Anton Huber von etwa 1782 wurden bei der Außenrestaurierung 1982 erneuert.
Im südlichen Chorwinkel steht der leicht schräg gestellte, hohe Turm mit gemalter Quaderung, Dreipassbogenfriesen auf Lilienkonsolen, einem verjüngten Aufsatz mit abgerundeten Ecken sowie einer Zwiebelhaube.
Nördlich des Chor befindet sich die zweigeschossige Sakristei.
Außen an der Chorsüdseite ist ein Grabstein für Pfarrer Christoph Friedrich Ilsung von Khuenberg (+ 1684), mit Relief des vor der Muttergottes knienden Verstorbenen eingemauert.

 

 

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Das Innere zeigt eine einheitliche, frühklassizistische Ausstattung der Erbauungszeit, konzipiert von dem Augsburger Bildhauer Ignaz Wilhelm Verhelst.
Im der Mitte des monumentalen, viersäuligen Hochaltars von 1783 befindet sich das Gnadenbild, ein großes Holzkruzifix von etwa 1620 mit der Schmerzensmutter und dem Apostel Johannes, beiderseits auf Konsolen Engel mit Leidenswerkzeugen (Essigschwamm, Schweißtuch der Veronika und Lanze); im Auszug Gottvater mit der Taube des Hl. Geistes.
Beide Seitenaltäre sind von Freisäulen umgeben und enthalten farbig gefasste Holzfiguren: links eine Muttergottes mit Jesuskind, Krone und Szepter; rechts der hl. Joseph; in den Auszügen kraftvolle Engel mit den jeweiligen Attributen.
An den Langhauswänden befinden sich kleine Nebenaltäre mit ovalen Reliefs: links hl. Johann Nepomuk mit einem Puttenengel, rechts hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind.
Die Kanzel an der linken Langhauswand hat einen reich geschweiften Korb mit den Evengelistensymbolen (Löwe-Markus, Engel-Matthäus, Stier-Lukas); der Schalldeckel mit dem Adler des Johannes wird bekrönt von Engeln mit den Tafeln der Zehn Gebote und dem Dreifaltigkeitssymbol mit dem hebräischen Namen Gottes.
Gegenüber an der Südwand befindet sich auf einer geschwungenen Konsole eine bemerkenswerte Figurengruppe der Taufe Jesu, ebenfalls von Ignaz Wilhelm Verhelst.

Die Stukkaturen, wohl von Joseph Anton Finsterwalder, sind nur auf die Elemente der tektonischen Gliederung beschränkt.
Über dem Chorbogen befindet sich ein mächtiges stukkiertes Wappen des Bauherrn, des Augsburger Fürstbischofs und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus.
Die Deckenfresken malte 1782 der Augsburger Akademidirektor Johann Joseph Anton Huber:
im Chor: "Predigt des hl Stephanus"; im Langhaus: "Steinigung des hl. Stephanus".