Wallfahrtskirche Mariä Opferung Baumgärtle
Wallfahrtskirche Mariä Opferung Baumgärtle
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | Wallfahrtskirche |
| Baustil: | Neubarock |
| Baujahr: | 1730-1732 |
| Adresse: | 87739 Breitenbrunn, Baumgärtle 8 |
| Geo: | 48.0911376, 10.3606783 |
| Lage: | |
| Parken: | P gegenüber |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: | www.baumgaertle.de |
Die Herzogin Mauritia Febronia von Bayern hatte dem Herrn von Bedernau, Christoph Reichsgraf von Muggenthal, in ihrem Testament eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes vermacht.
Dieser ließ 1721 in seinen Baumgärten eine Nachbildung der Gnadenkapelle in Altötting erbauen, in die er am 4. Juli in einer feierlichen Prozession das Gnadenbild übertrug. In kurzer Zeit entwickelte sich eine vielbesuchte Wallfahrt.
1730-1732 ließ der Graf eine Kirche und ein Kloster errichten, dessen Franziskanermönche die Wallfahrer betreuten.
Am 22. Juli 1738 erfolgte die Weihe der neu erbauten Wallfahrtskirche.
Während der Säkularisation 1803 wurde das Kloster aufgehoben, die Kirche 1822 abgebrochen.
Da die Wallfahrt weiterhin blühte, wurden ab 1871 Missionare der Kongregration "vom Kostbaren Blut" nach Baumgärtle geholt.
Nach Abbruch der alten Kapelle erfolgte 1882/83 ein Neubau der Wallfahrtskirche durch Michael Stark, nach geändertem Entwurf des Münchener Architekten K. Wintergerst. 1883 wurde die neue Kirche auf den Titel "Mariä Opferung" geweiht.
Der Turm ist 1889/90 errichtet worden.
Die Wallfahrtskirche ist ein einfacher, neubarocker Saalbau mit einer Flachdecke und Wandgliederung durch Doppelpilaster.
Im eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor ist eine Stichkappentonne; in den Schrägachsen ein zweigeschossiger Wandaufbau, unten halbrunde Rundbogennischen, oben Rundbogenfenster zwischen Pilasterpaaren.
An der Nordseite steht der quadratische Turm mit abgeschrägten Ecken der Obergeschosse, darüber einer Kuppelhaube mit Lukarnen.

Der Hochaltar von Mitte des 18. Jh. ist der ehemalige Altar der Gnadenkapelle; in der Mitte befindet sich das Gnadenbild um 1700, eine Nachbildung des Altöttinger Gnadenbildes, gerahmt von zahlreichen Engeln und Putten sowie der Dreifaltigkeit; im Oberteil an den seitlich begrenzenden Pfeilern Rocaillekartuschen, Spiegel und kräftige Akanthusranken; im hohen, von Palmetten und Blumenvasen flankiertem Auszug das Gemälde der Opferung Mariä, um 1883.
An der Chornordwand steht das klassizistische Grabdenkmal für Joseph Sebastian, Freiherr von Castell, Herr zu Bedernau, gest. 1791; über dem Sarkophag eine Inschrifttafel, Wappenrelief und Putto mit Totenkopf und Sanduhr.
Die Ewiglichtampel in Form eines mit drei Flügeln besetzten Herzens, stammt aus der Mitte 18. Jh.; an den Seiten getriebene Reliefs Gottvaters, der Auferstehung Christi und des Hl. Geistes.
Die Seitenaltäre sind neubarock, aus dem 20 Jh.
Die Kanzel in Neurenaissanceformen stammt um 1883; die Evangelistenstatuen am Korb von Mitte des 18. Jh.
Der Stuck ist ebenfalls aus der Erbauungszeit 1882/83.
Die Fresken im Chor malte 1895 Joseph Stehle: das Gnadenbild über der Kirche; die Fresken im Langhaus sind von 1946.