Schloss und Ludwigstor Türkheim
Schloss und Ludwigstor Türkheim
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Schloss |
| Besonderheit: | Ludwigstor und ehem. Kapuzinerklosterkirche |
| Baustil: | Barock |
| Baujahr: | 1754-56 |
| Adresse: | 86842 Türkheim, Maximilian-Philipp-Str. 30-34 |
| Geo: | 48.059390, 10.639060 |
| Lage: | |
| Parken: | Maximilian-Philipp-Str. |
| Bewertung: | 2** (von 5*****) |
| Links: |
Nach der Zerstörung der westlich von Schwabmünchen gelegenen Burg Schwabegg wurde Türkheim 1371 neuer Sitz der Herrschaft Schwabegg.
Das Schloss in Türkheim wurde in den Jahren 1531-1535 von Wolf Dietrich von Knörringen neu erbaut.
Herzog Maximilian Philipp von Bayern-Leuchtenberg, der Türkheim zu seinem Ruhesitz bestimmt hatte, ließ 1682-1686 das mittlerweile ruinöse Schloss umbauen und 1695 durch den Münchener Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi um den Frauenbau, das sog. Kleine Schloss, erweitern.
1685 gründete der Herzog das beim Schloss gelegene Kapuzinerkloster mit Kirche. Ein Torbogen verbindet seit 1687 beide Baukomplexe.
1704 wurde das "Kleine Schloss" um ein Geschoss erhöht.
Das heutige barocke Aussehen bekam das Schloss beim Umbau der Jahre 1754-56 nach Plänen von Francois Cuvillies d.Ä. sowie seinem Schüler Karl Albert von Lespilliez, Ausführender Baumeister war Leonhard Matthäus Gießl.
1797-1862 war das Schloss Sitz des Landgerichts, bis 1970 des Amtsgerichts.
Eine Restaurierung erfolgte in den Jahren 1979-81, seitdem ist es Sitz der Gemeindeverwaltung/Rathaus sowie des Heimatmuseums "Sieben-Schwaben-Museum", das "Kleine Schloss" beherbergt das Schlosscafe.
Das Ludwigstor war ab 1695 Verbindungsgang zwischen dem Kleinen Schloss und der Lorettokapelle.
Anlässlich eines Besuchs von König Ludwig I. am 30. August 1829 ist es triumphbogenartig ausgebaut worden.
Die ehemalige Kapuzinerklosterkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis wurde 1685-1687 unter der Leitung des Ordensbaumeister P. Hycinth aus München als Nordflügel des ehem. Klostergevierts errichtet, 1694 durch Matthias Stiller renoviert und 1697 geweiht.
Im Jahr 1866 erfolgte eine Erneuerung von Teilen der Nord-, Ost- und Südwand.
An der Nordseite der Kirche befindet sich der Durchgang zur parallel gelegenen Lorettokapelle, die 1683 im Auftrag von Herzog Maximilian Philipp als Nachbildung der Casa Santa zu Loreto erbaut und zur Hofkapelle erhoben wurde. Mit der Aufstellung einer aus Loreto mitgebrachten Kopie des dortigen Gnadenbildes entwickelte sich eine Wallfahrt.
Das Schloss in Türkheim besteht aus zwei in rechten Winkel zueinander stehenden Baukörpern: der Hauptbau, das "Große Schloss" in Ostwestrichtung und an der Südostecke anstoßend das "Kleine Schloss".
Das "Große Schloss" ist ein dreigeschossiger Rechteckbau mit hohem Walmdach. In der Mitte der östlichen Schmalseite befindet sich ein Bodenerker; in dessen Giebelfeld ein gemaltes, auf Grundlage von etwa 1756 erneuertes Allianzwappen Bayern/Bouillon, nördlich ein gut gegliederter Zwerchgiebel.
Das ebenfalls dreigeschossige, etwas niedrigere "Kleine Schloss" hat ein flaches Walmdach; die südliche Achse der Ostseite ist durch den angebauten Gang zur Kapuzinerkirche verdeckt.

Das Ludwigstor markiert den südlichen Abschluss der Maximilian-Philipp-Straße.
Es ist ein triumphbogenartig ausgebautes, gelb gestrichenes Tor, das auf der Nord- und Südseite gleich gestaltetet ist.
In der Mitte die Durchfahrt mit kassettierter mit Rosetten gefüllter Halbkreitonne, flankiert von massiven Pfeilern mit rechteckigen Durchgängen, darüber bronzefarbige Lorbeerkränze aus Terracotta, die das bekrönte Monogramm Ludwigs I. umschließen. Als zusammenfassender oberer Abschluss ein Architrav, gefeldeter Fries und flacher Dreiecksgiebel, seitlich anschließend die Reste des früheren Verbindungsgangs.
Die ehemalige Kapuzinerklosterkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis ist ein hoher flachgedeckter Saalbau mit neuromanischer Westempore.
Der eingezogene Rechteckchor unter einer Stichkappentonne wurde im 19. Jh. verkürzt; hinter der Ostwand befindet sich der ehem. Mönchschor, darüber die ehem. Klosterbibliothek.
Der Außenbau ist schlicht, an der Westseite befindet sich eine niedrige Vorhalle wohl des 19. Jh., über dem Chor ist ein Dachreiter aufgesetzt.
Die nördlch gelegene Lorettokapelle ist ein tonnengewölbter Rechteckbau mit einem kleinem Dachreiter.
Heute befindet sich im Großen Schloss das Rathaus und das Sieben-Schwaben-Museum.
Im ersten Stock des kleinen Schlosses, das vielfach für Kunstausstellungen genutzt wird, sind eindrucksvolle Stuckarbeiten von Matthias Stiller aus dem Jahr 1695 zu sehen.

Die ehemalige Kapuzinerklosterkirche birgt im Innern Flügelbilder eines Hochaltars mit Maria sowie den hll. Bonaventura und Franziskus, von Ende des 17. Jh.; darüber an der Wand ein großes Kruzifix um 1700, Lorenz Luidl zugeschrieben.
Die Seitenaltargemälde sind vorzügliche Arbeiten des Münchener Malers Christian Wink, vermutlich aus der 1802 abgebrochenen Kapuzinerkirche in München; links hl. Felix von Cantalicia (bez. 1778), rechts hl. Laurentius von Brindisi (bez. 1784).
An der Emporenbrüstung hängen sechs Tafelbilder mit Szenen aus dem Leben Jesu, aus der ersten Hälfte des 18. Jh.
An der Nordseite befindet sich der Durchgang zur parallel gelegenen Lorettokapelle, die 1683 im Auftrag von Herzog Maximilian Philipp als Nachbildung der Casa Santa zu Loreto erbaut wurde. In der Rundbogennische der Ostwand steht das Gnadenbild der ehem. Wallfahrt, eine Statuette der Muttergottes aus dem 17. Jh.