St. Martin Ettringen
St. Martin Ettringen
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | Fresken von Christian Winck |
| Baustil: | Frühklassizismus |
| Baujahr: | 1787 |
| Adresse: | 86833 Ettringen, St.-Martin-Str. |
| Geo: | 48.104308, 10.652994 |
| Lage: | |
| Parken: | St.-Martin-Str. |
| Bewertung: | 2** (von 5*****) |
| Links: | www.ettringen.info/geschichte-der-st-martins-kirche |
Der quadratische Turmunterbau der Kirche St. Martin in Ettringen stammt wohl noch aus der zweiten Hälfte des 15. Jh.
Um 1711/12 wurde der Turm, vielleicht durch den einheimischen Maurermeister Michael Stiller, um das Oktogon mit Spitzhelm erhöht.
Durch einen Blitzeinschlag ist die Turmspitze beschädigt worden und musste 1778 erneuert werden.
Nachdem 1782 ein Neubau der Kirche geplant und am 30. Juli 1784 bewilligt wurde, entstand eine Verzögerung, das das schon bereitgestellte Bauholz zum Neubau abgebrannter Häuser in Hiltenfingen verwendet wurde. Erst am 11. April 1785 konnte man mit dem Abbruch des alten Gotteshauses beginnen, wobei der Turm stehen blieb.
Bis 1787 errichtete der Maurermeister Johann Martin Stiller aus Ettringen und der Zimmermann Franz Anton Prestele aus Türkheim die neue Kirche (am 6. Juli 1786 ist lt. einer Inschrift in einem Balken der Chordachstuhl aufgerichtet worden). Die Gesamtkosten des Kirchenbaues betrugen rund 13800 Gulden (umgerechnet ca. 750.000 Euro).
Renovierungen am Kirchenbau fanden in den Jahren 1961/62 (außen), 1965 (innen), 1988/89 (außen und Dachstuhl) sowie 2002 (Dach) statt.
St. Martin ist ein frühklassizistischer Saalbau zu fünf Achsen mit ausgerundeten Ostecken und flacher Stichkappentonne über hoher Voute, innen und außen durch Pilaster gegliedert.
Der langgestreckte Chor ist eingezogen mit dreiseitigem Schluß; über der Sakristei an der Südseite befindet sich eine stichbogige Oratoriumsöffnung.
Nördlich steht der Backsteinturm mit z.T. verputzten Blenden, Oktogon und Spitzhelm.

Der mächtige Hochaltar aus dem Jahr 1790 stammt von Hyazinth Stechele; von ihm auch die großen Seitenfiguren der hll. Martin und Nikolaus sowie Gottvater im Auszug. Das Hochaltargemälde mit dem "Letztem Abendmahl" ist ein Spätwerk von Konrad Huber mit kompositorisch strengem Aufbau (bez. 1811), in Anlehnung an das bekannte Abendmahlsgemälde Leonardo da Vincis im Dominikanerkloster in Mailand.
Die Seitenaltäre von Xaver Miller sind modern (1939); die spätklassizistische Kanzel ist aus der Mitte des 19. Jh.
Die großen Kreuzwegstationen im Chor und Langhaus, Öl auf Leinwand, sind um 1750/60.
Mit Ausnahme der prachtvollen Pilasterkapitele und der Apostelkreuze sind die Stukkaturen von Johann Michael Gigl (1786/87) nur auf Profilierungen und Rahmenformen beschränkt.
Die gleichzeitigen frühklassizistischen Deckenfresken stammen von dem Münchener Hofmaler Thomas Christian Winck:
im Chor: "Verehrung des Apokalyptischen Lammes durch die zwölf Ältesten" der Offenbarung des Johannes;
im Langhaus: großflächiges Fresko der "Mantelspende und Glorie des hl. Martin".