Wallfahrtskirche Maria Schnee Markt Rettenbach
Wallfahrtskirche Maria Schnee Markt Rettenbach
| POI-Art: | Sehenswürdigkeit, Kirche |
| Besonderheit: | Wallfahrtskirche |
| Baustil: | Barock |
| Baujahr: | 1706/07 |
| Adresse: | 87733 Markt Rettenbach, Kapellenstraße |
| Geo: | 47.947690, 10.381522 |
| Lage: | |
| Parken: | Kapellenstraße |
| Bewertung: | 1* (von 5*****) |
| Links: |
Nach dem Dreißigjährigen Krieg fasste Johannes Herz, ein Bürger Rettenbachs, den Plan, als Dank für die Erretung von Krieg und Pest eine Kapelle zu erbauen. 1646 wurde mit dem Bau einer hölzerne Kapelle begonnen, 1654 war sie vollendet.
Schon bald entwickelte sich eine rege Wallfahrt zu dem Altarbild Maria Schnee.
Am 29. April 1706 wurde der Grundstein für eine neue, geräumigere Kapelle gelegt; der Neubau ist vll. durch den einheimischen Baumeister Jakob Henkel ausgeführt worden. Die Weihe erfolgte am 12. Mai 1710.
Die im westlichen Ortsrand stehende Wallfahrtskirche Maria Schnee hat ein einschiffiges Langhaus mit Pilastergliederung, eine doppelte Westempore und eine flache Stichkappentonne.
Der eingezogene, steiler proportionierte Chor ist als selbständiger Zentralbau in Form eines Dreiviertelkreises ausgebildet und von einer Flachkuppel mit Stichkappen überwölbt.
Der pilstergegliederte Außenbau erinnert mit dem rechteckigen Langhaus und dem um ein Geschoß höheren, von einer Kuppel mit Laterne und Zwiebelhaube bekrönten Chor an die Wallfahrtskirche Klosterlechfeld (Ldkr. Augsburg).
Über dem von einem Zierobelisken flankierten Westgiebel ist ein oktogonaler Dachreiter aufgesetzt.
An der Nordseite des Chors befindet sich die dreigeschossige ehemalige Eremitenklause, später Messnerhaus, mit der flachgedeckten Sakristei im Erdgeschoss.

Den Chor trennt ein schmiedeeisernes Gitter vom Hauptraum.
Der untere Teil des Hochaltaraufbaus von 1718 besteht aus Stuckmarmor; in der Mitte der kunstvolle silberne Tabernakel; im oberen Teil halten zwei Engel das von einem geschnitztem, vergoldeten Rahmen gefasste Gnadenbild, eine Kopie der Muttergottes von Einsiedeln (bzw. Maria Maggiore in Rom) von 1654.
Die Seitenaltäre, ebenfalls von 1718, zeigen links das Gemälde der hl. Anna Selbdritt, rechts die Hl. Familie; in der hochgeschwungenen Attikazone links ein Vesperbild, Holz, gefasst, um 1500; rechts die Halbfigur des Schmerzensmannes aus der Mitte des 16. Jh.
Am Kanzelkorb befinden sich drei Figuren ohne Attribut, während die Evangelisten seitlich der Kanzel an der Wand platziert sind; am Schalldeckel ist in der goldenen Rahmung das Fuggerwappen angebracht, ganz oben steht eine Figur des hl. Nepomuk.
Der Kreuwzeg stammt von dem Augsburger Maler Johann Georg Lederer aus dem Jahr 1736.
Nördlich an der Empore befindet sich eine Lourdesgrotte von 1886.
Der auf die tektonisch wichtigen Teile beschränkte, äußerst plastische Akanthusstuck mit schweren Girlanden und kräftigen Engeln sowie die kleinen Fresken mit den vier marianischen Allegorien aus der Lauretanischen Litanei im Chor wurden 1707 von Johann Baptist Zimmermann gefertigt. Es sind die frühesten noch erhaltenen Arbeiten des Wessobrunner Meisters; von seiner Hand auch die Stukkaturen im Emporenraum aus dem Jahr 1709.
Über dem Chorbogen befindet sich ein großes stuckiertes Allianzwappen Fugger-Kirchberg-Weißenhorn/Waldburg.
In der Mitte des Langhauses ist das Christusmonogramm (IHS) angebracht. Vier große Stuckengel halten die beiden kräftigen Rahmen der Deckenfresken von Johann Kaspar Menradt aus dem Jahr 1707 mit der Krönung und Verherrlichung Mariä.